
Mehr als fünf Jahre sind seit Faking The Books, Lali Punas drittem (und bisher letztem) Album, vergangen. Doch auch jetzt bleibt der Einfluss dieser Band auf die elektronische Popszene mehr als spürbar. Gemeinsam mit den musikalisch verschwägerten Weilheimern The Notwist zeichnen sie für einen Neuentwurf moderner, experimentell angehauchter Popmusik verantwortlich – und sind schon wieder dabei, die Grenzen des Genres mit ihrem neuen Album Our Inventions ein Stück weiter zu verrücken.
„Rest Your Head“ schlägt eine souveräne Brücke zur vergangenen Bandhistorie. Hier pulsieren die Keyboards in warmen, schwellenden Wellen und begleiten Valeries willkommenes Flüstern durch einlullende Melodien – der Song gleicht einem rückwärtsgespieltem Schlaflied - bis uns der Drumcomputer aus versponnenen Tagträumen reißt. Während das eher energisch extrovertierte Faking The Books förmlich auf die Bühne strebte, zeugt Our Inventions von intensiver, fast schon introvertierter Studioarbeit. Gleichzeitig unterstreichen zwei der überschwänglichsten Songs – „Remember“ und „Everything Is Always“ – was Lali Puna so besonders macht: Präzisionsarbeit, die dennoch hörbar vom Herzen kommt; überschwängliche Mitsingharmonien mit Feinschliff, die ihre Seele nicht hinter der Technik verstecken.
Our Inventions ist ein Album für und über die moderne Welt: Es geht um die treibenden Kräfte des Fortschritts und um Technikwahn. Oft schwingt in Valeries Texten ein Gefühl der Entfremdung mit, z. B. die Entkopplung von der Natur im ironisch konnotierten Titelstück mit "The birds in the trees/Singing our mobile melodies/What a sweet, sweet world", oder auch die Erkenntnis, dass uns „Fortschritt“ nie wirklich voran bringt ( auf „Everything Is Always“ - "Nothing new/These days") bzw. die ultimative Bankrotterklärung des alles verschlingenden Konsumzeitalters von „Safe Tomorrow“: „Never going anywhere/Don't stop by and get to know/Stuff your memory with facts/Save Save Save".
Das Album schließt mit „Out There“, Lali Punas Kollaboration mit Yukihiro Takahashi vom Yellow Magic Orchestra, die 2009 in einer anderen Version auf Takahashis Album Page By Page erschien und die globale Finanzkrise thematisiert („Their kingdom's past, their kingdom's gone/Just ruins and plain desert/It's all burnt down, we're left alone"). Mit wachem Blick auf das Weltgeschehen konfrontiert Our Inventions so die Exzesse der beschleunigenden Modernisierung.
Das wunderschöne, virtuos arrangierte elektronische Zusammenspiel reflekiert diese Schlüsselthemen perfekt: Our Inventions ist treffende Zustandsbeschreibung einer techniküberfluteten Welt, die von ihrer eigenen Fortschrittsgläubigkeit aufgefressen wird - und vielleicht auch Überwindung derselben. Wenn Valerie „Things move on/I'm gonna work fast because tomorrow comes quick" singt, klingt es fast, als käme die Stimme von jemandem, der schon angelangt ist.
„Rest Your Head“ schlägt eine souveräne Brücke zur vergangenen Bandhistorie. Hier pulsieren die Keyboards in warmen, schwellenden Wellen und begleiten Valeries willkommenes Flüstern durch einlullende Melodien – der Song gleicht einem rückwärtsgespieltem Schlaflied - bis uns der Drumcomputer aus versponnenen Tagträumen reißt. Während das eher energisch extrovertierte Faking The Books förmlich auf die Bühne strebte, zeugt Our Inventions von intensiver, fast schon introvertierter Studioarbeit. Gleichzeitig unterstreichen zwei der überschwänglichsten Songs – „Remember“ und „Everything Is Always“ – was Lali Puna so besonders macht: Präzisionsarbeit, die dennoch hörbar vom Herzen kommt; überschwängliche Mitsingharmonien mit Feinschliff, die ihre Seele nicht hinter der Technik verstecken.
Our Inventions ist ein Album für und über die moderne Welt: Es geht um die treibenden Kräfte des Fortschritts und um Technikwahn. Oft schwingt in Valeries Texten ein Gefühl der Entfremdung mit, z. B. die Entkopplung von der Natur im ironisch konnotierten Titelstück mit "The birds in the trees/Singing our mobile melodies/What a sweet, sweet world", oder auch die Erkenntnis, dass uns „Fortschritt“ nie wirklich voran bringt ( auf „Everything Is Always“ - "Nothing new/These days") bzw. die ultimative Bankrotterklärung des alles verschlingenden Konsumzeitalters von „Safe Tomorrow“: „Never going anywhere/Don't stop by and get to know/Stuff your memory with facts/Save Save Save".
Das Album schließt mit „Out There“, Lali Punas Kollaboration mit Yukihiro Takahashi vom Yellow Magic Orchestra, die 2009 in einer anderen Version auf Takahashis Album Page By Page erschien und die globale Finanzkrise thematisiert („Their kingdom's past, their kingdom's gone/Just ruins and plain desert/It's all burnt down, we're left alone"). Mit wachem Blick auf das Weltgeschehen konfrontiert Our Inventions so die Exzesse der beschleunigenden Modernisierung.
Das wunderschöne, virtuos arrangierte elektronische Zusammenspiel reflekiert diese Schlüsselthemen perfekt: Our Inventions ist treffende Zustandsbeschreibung einer techniküberfluteten Welt, die von ihrer eigenen Fortschrittsgläubigkeit aufgefressen wird - und vielleicht auch Überwindung derselben. Wenn Valerie „Things move on/I'm gonna work fast because tomorrow comes quick" singt, klingt es fast, als käme die Stimme von jemandem, der schon angelangt ist.
Lali Puna: Our Inventions
Rest Your Head
Lali Puna
3:11
Remember
Lali Puna
3:44
Everything Is Always
Lali Puna
4:18
Our Inventions
Lali Puna
4:19
Move On
Lali Puna
3:41
Safe Tomorrow
Lali Puna
4:28
Future Tense
Lali Puna
3:47
Hostile To Me
Lali Puna
2:19
That Day
Lali Puna
3:34
Out There
Lali Puna
4:06
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