13+GOD -die Band - das sind sechs Musikern, die zu einem ersten Versuch zusammenkommen, aus dem Nichts etwas entstehen zu lassen. Bestimmend für ihre Debüt-LP, der sie ihren eigenen Namen gegeben haben, waren zwei Gedankenschulen: das kindsköpfige Draufgängertum von Adam „doseone“ Drucker, Jeffrey „jel“ Logan und Dax Pierson (zusammen themselves), und die diffizile Astronomie der Acher-Brüder Markus und Micha und Martin „Console“ Gretschmann (der Kern von Notwist). Sie haben alle früheren und formalen Verbindungen fallen gelassen, und so bildet dieses halbe Dutzend eine transkontinentale Supergroup mit sehr menschlichen Dimensionen: amerikanische Angst und echtes Können, deutsche Komposition und ländliches Frösteln, und der simple, immer wiederkehrende universelle Drang, sich in Ort und Zeit zu manifestieren.
13+GOD - das Album - ist eine Gruppenlösung zur Besänftigung des inneren Ichs mit all seinen Ecken und Kanten, eine Übung im menschlichen Puzzlespiel, gesehen als geschichtlicher Rückblick. Adam und Markus tauschen Wörter, die ausgehen vom blinden Ernst der Jugend und dann allmählich den Verlust von Glück und die langsame Ernüchterung herausfiltern – Sternschnuppen, Supermanschritte, steigende Rechnungen und Tod-durch-Routine. In dem bittersüßen Eröffnungssong „Low Heaven“ sind die beiden Stimmen wie gegenseitige Echos und legen sich über eine verhallende Klarinette, einen glatten, langsamen Beat und ein grob verzerrtes Klavier: „They’re threatening their lucky stars to shoot.“ Mit „Soft Atlas“ – einem Track, in dem herausgestanzte Drums pulsieren, nur um von subtil gezupften Gitarren und gesungenen Harmonien abgefangen zu werden – stellt Adam in Frage, ob die Erde aus ihrer Achse gesprungen ist und nun in irgendeiner dunklen Ecke des Nichts völlig für sich herumkullert. Und kurz vor dem Ende der Platte bekommen wir auf dem eisigen, siebenminütigen, von einem Cello getriebenen Meisterwerk „Superman on Ice“ das ergreifendste Bild: „There are footprints embraced far out on the frozen lake face/Depressed and kept from quite some cold ago/And they look brave, dangerous, manmade/The sort of mark one can make on the world.“
Die Notwist-Leute bringen ihr Ohr für großartiges Rock-Pop-Arrangement und ihre Vorliebe für Dub-Glitch mit, während themselves augenzwinkernde Düsternis ausstrahlen und Elektro-Rap-Experimente wagen. Ihre größte Stärke liegt darin, dass 13+God, indem sie so scheinbar disparate Sounds kombinieren, etwas wirklich Geschlossenes, Einzigartiges und Tiefes schaffen. Bei „Ghostwork“ läuft es einem kalt
über den Rücken, selbst wenn man schon zum nächsten beinahe tanzbaren Groove mitwippt; „Men of Station“ ergießt Wärme und Liebe über die omnipräsente Melancholie; „Tin Strong“ dekonstruiert sich selbst aus dunklem, Hip-hop-getriebenen Dub zu einem eigenartigen Kid A-würdigen Bass/Keyboard/Gitarren-Jam. In dem noch lebendigen Geist der Künstlercommunity trugen Notwist-Drummer Martin Messerschmid und Gitarrist Max Punktezahl mit ihrem Können zur Produktion bei, Steffi Böhm von Ms. John Soda und Valerie Trebeljahr von Lali Puna singen auf mehreren Tracks, und Why? und pedestrian von Anticon (u.a.) übernehmen ebenfalls kleine parts. 13+God ist genau das, was man von zwei ehemals getrennten Entitäten mit so immens progressiven Vergangenheiten und einem unstillbaren, kämpferischen Hunger nach Zusammenarbeit erwarten würde. Wenn man also das Unerwartete erwartet, wird man nicht überrascht sein.
13+GOD - das Album - ist eine Gruppenlösung zur Besänftigung des inneren Ichs mit all seinen Ecken und Kanten, eine Übung im menschlichen Puzzlespiel, gesehen als geschichtlicher Rückblick. Adam und Markus tauschen Wörter, die ausgehen vom blinden Ernst der Jugend und dann allmählich den Verlust von Glück und die langsame Ernüchterung herausfiltern – Sternschnuppen, Supermanschritte, steigende Rechnungen und Tod-durch-Routine. In dem bittersüßen Eröffnungssong „Low Heaven“ sind die beiden Stimmen wie gegenseitige Echos und legen sich über eine verhallende Klarinette, einen glatten, langsamen Beat und ein grob verzerrtes Klavier: „They’re threatening their lucky stars to shoot.“ Mit „Soft Atlas“ – einem Track, in dem herausgestanzte Drums pulsieren, nur um von subtil gezupften Gitarren und gesungenen Harmonien abgefangen zu werden – stellt Adam in Frage, ob die Erde aus ihrer Achse gesprungen ist und nun in irgendeiner dunklen Ecke des Nichts völlig für sich herumkullert. Und kurz vor dem Ende der Platte bekommen wir auf dem eisigen, siebenminütigen, von einem Cello getriebenen Meisterwerk „Superman on Ice“ das ergreifendste Bild: „There are footprints embraced far out on the frozen lake face/Depressed and kept from quite some cold ago/And they look brave, dangerous, manmade/The sort of mark one can make on the world.“
Die Notwist-Leute bringen ihr Ohr für großartiges Rock-Pop-Arrangement und ihre Vorliebe für Dub-Glitch mit, während themselves augenzwinkernde Düsternis ausstrahlen und Elektro-Rap-Experimente wagen. Ihre größte Stärke liegt darin, dass 13+God, indem sie so scheinbar disparate Sounds kombinieren, etwas wirklich Geschlossenes, Einzigartiges und Tiefes schaffen. Bei „Ghostwork“ läuft es einem kalt
über den Rücken, selbst wenn man schon zum nächsten beinahe tanzbaren Groove mitwippt; „Men of Station“ ergießt Wärme und Liebe über die omnipräsente Melancholie; „Tin Strong“ dekonstruiert sich selbst aus dunklem, Hip-hop-getriebenen Dub zu einem eigenartigen Kid A-würdigen Bass/Keyboard/Gitarren-Jam. In dem noch lebendigen Geist der Künstlercommunity trugen Notwist-Drummer Martin Messerschmid und Gitarrist Max Punktezahl mit ihrem Können zur Produktion bei, Steffi Böhm von Ms. John Soda und Valerie Trebeljahr von Lali Puna singen auf mehreren Tracks, und Why? und pedestrian von Anticon (u.a.) übernehmen ebenfalls kleine parts. 13+God ist genau das, was man von zwei ehemals getrennten Entitäten mit so immens progressiven Vergangenheiten und einem unstillbaren, kämpferischen Hunger nach Zusammenarbeit erwarten würde. Wenn man also das Unerwartete erwartet, wird man nicht überrascht sein.
13 & God: S/T
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