
Es gibt tausend Gründe, eine Band zu gründen. Und vermutlich tausend, die dagegen sprechen. Beispielsweise sich den Wecker regelmäßig auf drei Uhr früh stellen, aufstehen, eine Stunde Musik machen, sich wieder schlafen legen. Und am folgenden Morgen bei Tageslicht nachsehen, ob das alles nur ein Traum war oder Realität.
Oder mit einer Kamera Pendler in einer Bahnhofstation filmen, dazu ein Computer-Programm schreiben, das basierend auf den Bewegungen der gefilmten Personen Musik generiert und das Ganze „Sonata For The Unaware“ nennen.
Einer, der gerne solch ungewöhnlichen Gepflogenheiten nachgeht, ist Alexander Chen aka Boy In Static’s – 23 Jahre alt, wohnhaft in Boston, aufgewachsen in New Jersey und Downtown Philadelphia, musikalische Sozialisierung via klassisches Klavier und Viola im Schul-Streichorchester, später Gitarre und Entdeckung der wundersamen Welt CPU-getakteter Sounds und Musiken. Keine (nennenswerten) Bandmitgliedschaften, nur Einzelkämpfertum (im positiven Sinn). Sowas kann schwer nerven, wenn der heliozentrische Anteil überhand nimmt, oder aber zur Offenbarung/Erfüllung werden, wenn über verschlungene Wege das eigene Demo beim Label der Lieblingsband höchsten Gefallen findet und sich daraus die erste Plattenveröffentlichung entwickelt.
Enter „Newborn“: Zehn mal DIY-Homerecording mit zeitgenössischen Mitteln, zehn Lieder zwischen Akustikgitarre, Griffbrettwetzen, Wummerbass, verhaltenem Gesang, distorted Drums, gefühlvollen Streichersequenzen galore, Ebay-Billigkauf-Orgel und ausgefeilten Laptop-Frickeleien. So noch nicht gehört in dieser unserer Welt der Referenzmodellierer und Schubladisierungsdenker. Nicht Rock, nicht Elektro, nicht Folk. Nicht „Post-“, nicht „Prä-“, sondern einfach da. Präsent. Auf den ersten Blick womöglich ein kleinwenig von allem, auf den zweiten aber dennoch nicht die übliche Summe der (Einzel)Teile. Sondern mehr. Viel mehr. Ein gänzlich eigenes Universum mit filigranen kleinteiligen Stimmungsbildern ohne übertrieben-laute Gesten, dafür mit maximaler Tiefenwirkung. Passend dazu Songtitel wie Sonnenstrahlen an herbstlichen Tagen: „Warm Blooded“, Kissed Under The Sun“, „Truly Yours“ oder „Slept Fine“. Wohlklang und Schönheit. Wärme und Atmosphäre. Stille (und) Dramatik für/in hektische(n) Zeiten.
Schicht für Schicht, Farbtupfer für Farbtupfer, Mosaikstein für Mosaikstein zusammengefügt nach einem unsichtbaren persönlichen Masterplan, den Außenstehende nie kapieren würden, sondern nur als Ergebnis genießen dürfen – mit einem Lächeln im Herzen und der Gewissheit, etwas ganz Besonderes entdeckt zu haben.
Andreas Schiegl
Oder mit einer Kamera Pendler in einer Bahnhofstation filmen, dazu ein Computer-Programm schreiben, das basierend auf den Bewegungen der gefilmten Personen Musik generiert und das Ganze „Sonata For The Unaware“ nennen.
Einer, der gerne solch ungewöhnlichen Gepflogenheiten nachgeht, ist Alexander Chen aka Boy In Static’s – 23 Jahre alt, wohnhaft in Boston, aufgewachsen in New Jersey und Downtown Philadelphia, musikalische Sozialisierung via klassisches Klavier und Viola im Schul-Streichorchester, später Gitarre und Entdeckung der wundersamen Welt CPU-getakteter Sounds und Musiken. Keine (nennenswerten) Bandmitgliedschaften, nur Einzelkämpfertum (im positiven Sinn). Sowas kann schwer nerven, wenn der heliozentrische Anteil überhand nimmt, oder aber zur Offenbarung/Erfüllung werden, wenn über verschlungene Wege das eigene Demo beim Label der Lieblingsband höchsten Gefallen findet und sich daraus die erste Plattenveröffentlichung entwickelt.
Enter „Newborn“: Zehn mal DIY-Homerecording mit zeitgenössischen Mitteln, zehn Lieder zwischen Akustikgitarre, Griffbrettwetzen, Wummerbass, verhaltenem Gesang, distorted Drums, gefühlvollen Streichersequenzen galore, Ebay-Billigkauf-Orgel und ausgefeilten Laptop-Frickeleien. So noch nicht gehört in dieser unserer Welt der Referenzmodellierer und Schubladisierungsdenker. Nicht Rock, nicht Elektro, nicht Folk. Nicht „Post-“, nicht „Prä-“, sondern einfach da. Präsent. Auf den ersten Blick womöglich ein kleinwenig von allem, auf den zweiten aber dennoch nicht die übliche Summe der (Einzel)Teile. Sondern mehr. Viel mehr. Ein gänzlich eigenes Universum mit filigranen kleinteiligen Stimmungsbildern ohne übertrieben-laute Gesten, dafür mit maximaler Tiefenwirkung. Passend dazu Songtitel wie Sonnenstrahlen an herbstlichen Tagen: „Warm Blooded“, Kissed Under The Sun“, „Truly Yours“ oder „Slept Fine“. Wohlklang und Schönheit. Wärme und Atmosphäre. Stille (und) Dramatik für/in hektische(n) Zeiten.
Schicht für Schicht, Farbtupfer für Farbtupfer, Mosaikstein für Mosaikstein zusammengefügt nach einem unsichtbaren persönlichen Masterplan, den Außenstehende nie kapieren würden, sondern nur als Ergebnis genießen dürfen – mit einem Lächeln im Herzen und der Gewissheit, etwas ganz Besonderes entdeckt zu haben.
Andreas Schiegl
Boy in Static: New Born
Bellyfull
Boy In Static
0:43
Newborn
Boy In Static
4:56
Kissed Under The Sun
Boy In Static
4:48
Stay Awake
Boy In Static
4:04
Broke
Boy In Static
4:24
First Words
Boy In Static
1:23
Epilogue
Boy In Static
5:02
Truly Yours
Boy In Static
5:25
Warm Blooded
Boy In Static
4:02
Slept Fine
Boy In Static
4:30
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