
Wie können Gitarren nach 50 Jahren E-Gitarrengeschichte noch wenigstens ein zartes, brüchiges, vorübergehendes Mal so klingen, dass es spannend, interessant und hörenswert ist? Was lässt sich dem Setup Gitarre / Schlagzeug / Vocals im Studio noch abringen, ohne als weitere Fußnote zu Chuck Berry oder Kevin Shields in die Musikgeschichte einzugehen? Guitar, 2002
Nur sehr, sehr selten geschieht es, dass ein Demo - eingetrudelt ohne Einführung, Querverweis, Hintergrund oder vorherigen Kontakt, ohne Vergangenheit oder Referenz - auf einmal den Tagesrhythmus verändert und als Magic Moment wahrlich den Tag zu retten vermag.
Als Guitars Sunkissed vom unteren Ende des Stapels ungehörter Einsendungen endlich den Weg in die Boxen fand, konnte sich Thomas Morr des seeligen Grinsens kaum erwehren, auch wenn sich der Verfasser dieser auralen Streicheleinheit als äußerst schwer fassbares Rätsel entpuppte.
Soviel sei bekannt: Guitar, ein Kulturjunkie, den es jüngst ins grüne Nichts des Märkischen Sauerlandes zog, braucht keine An- oder Aussage und nutzt diesen Namen mit gesundem Abstand und einer Prise Ironie für sein mittlerweile drittes musikalisches Projekt, neben majorvertriebenen Clubhymnen und Klassik beeinflusster Experimentalmusik, als eine Möglichkeit, ausführlich mit Gitarrensounds zu experimentieren. Und schuf dabei gleichzeitig eine enthusiastische Hommage an My Bloody Valentines Loveless-Periode.
Als heimlicher Fan der klassischen Utopisten Wells, Lem und Verne sucht auch Guitar klassische Weiten und Horizontverschiebungen in seinem Schaffen, er hält Distanz zum Leben bei gleichzeitiger Faszination für selbst das kleinste Detail.
Die Musik, die gern für sich sprechen darf, wurde demnach über 2 Jahre vor sich hingeköchelt und eingedampft, reduziert und sorgfältig ausgefüllt. Wesentlich zu- und eingängiger als das Vorbild und mit viel Pop verziert, letztendlich beflügelt vom himmlischen Hauchen von Regina / Donna Regina und Ayako / Tokio, übersetzt und transportiert Sunkissed seine Referenzen souverän und euphorisch in die Jetztzeit, in einen "symphonischen Gitarrenlärm plus Sirenen mit einem entspannten, nichtgehetzten und festgebundenen Odysseus auf einem sonnendurchfluteten Schiffsdeck full of time." (Guitar).
Übrigens, trotz Anonymität und fehlender Werbung war die Konkurrenz für dieses außergewöhnliche Material letztendlich nicht gerade klein. U.a. auch Creation-Ikone Alan McGhee zeigte sich sehr, sehr interessiert an Guitars gelungener Auslotung moderner Gitarrenflächen.
Nur sehr, sehr selten geschieht es, dass ein Demo - eingetrudelt ohne Einführung, Querverweis, Hintergrund oder vorherigen Kontakt, ohne Vergangenheit oder Referenz - auf einmal den Tagesrhythmus verändert und als Magic Moment wahrlich den Tag zu retten vermag.
Als Guitars Sunkissed vom unteren Ende des Stapels ungehörter Einsendungen endlich den Weg in die Boxen fand, konnte sich Thomas Morr des seeligen Grinsens kaum erwehren, auch wenn sich der Verfasser dieser auralen Streicheleinheit als äußerst schwer fassbares Rätsel entpuppte.
Soviel sei bekannt: Guitar, ein Kulturjunkie, den es jüngst ins grüne Nichts des Märkischen Sauerlandes zog, braucht keine An- oder Aussage und nutzt diesen Namen mit gesundem Abstand und einer Prise Ironie für sein mittlerweile drittes musikalisches Projekt, neben majorvertriebenen Clubhymnen und Klassik beeinflusster Experimentalmusik, als eine Möglichkeit, ausführlich mit Gitarrensounds zu experimentieren. Und schuf dabei gleichzeitig eine enthusiastische Hommage an My Bloody Valentines Loveless-Periode.
Als heimlicher Fan der klassischen Utopisten Wells, Lem und Verne sucht auch Guitar klassische Weiten und Horizontverschiebungen in seinem Schaffen, er hält Distanz zum Leben bei gleichzeitiger Faszination für selbst das kleinste Detail.
Die Musik, die gern für sich sprechen darf, wurde demnach über 2 Jahre vor sich hingeköchelt und eingedampft, reduziert und sorgfältig ausgefüllt. Wesentlich zu- und eingängiger als das Vorbild und mit viel Pop verziert, letztendlich beflügelt vom himmlischen Hauchen von Regina / Donna Regina und Ayako / Tokio, übersetzt und transportiert Sunkissed seine Referenzen souverän und euphorisch in die Jetztzeit, in einen "symphonischen Gitarrenlärm plus Sirenen mit einem entspannten, nichtgehetzten und festgebundenen Odysseus auf einem sonnendurchfluteten Schiffsdeck full of time." (Guitar).
Übrigens, trotz Anonymität und fehlender Werbung war die Konkurrenz für dieses außergewöhnliche Material letztendlich nicht gerade klein. U.a. auch Creation-Ikone Alan McGhee zeigte sich sehr, sehr interessiert an Guitars gelungener Auslotung moderner Gitarrenflächen.
Guitar: Sunkissed
Sunkissed
Guitar
6:03
House Full Of Time
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Guitar
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Feel Flows Free
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Melt
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