
auf einmal instrumental. überwiegend ruhige stücke, kaum verzerrung. weitere auflösung der auch vorher schon nicht gerade eindeutigen liedstrukturen. torchous veröffentlichen mit »variations« ihr zweites album, das scheinbar wenig mit dem vorgänger »cut the plans« gemein hat. das mag mutig sein, als einigermaßen unbekannte band, man mag gedankenlosigkeit unterstellen, naivität. möglicherweise auch die berühmte antihaltung oder gleich ganz dick die negierung der gesetze des marktes. vielleicht liegen die beweggründe aber auch ganz woanders. vielleicht ist es einfach begeisterung für musik, noch dazu für die eigene. der unterschied zum eigentlichen klanggewand ist insofern kein so gravierender, als dass eben diese von vorn bis hinten zu hören ist. sei es nun die wie immer reiche, überbordende harmonik, die ausgeklügelte arbeit mit rhythmus oder die liebe zu den details. an der herangehensweise der band hat sich nichts grundlegend geändert. anders ist vielmehr die umsetzung. möglicherweise durch den gedanken angeregt, dass es immer unerklärlich bleibt, woraus in einem kreativen prozess irgendwann die überzeugung erwächst, etwas abgeschlossen zu haben, dass ein lied immer nur willkürlich ist, wird dieses also wieder auseinander genommen. eine idee, die übrigbleibt, dient als ausgang für einen neuen ansatz. torchous remixen sich selbst, das aber in echtzeit, als kollektiv und ergebnisoffen. das resultat trägt dann auch eher track- als songcharakter und lässt sich mitunter kaum noch mit den ursprünglichen stücken in verbindung stellen, eröffnet dafür aber neue möglichkeiten. so sind die neue alten stücke alle viel luftiger und verspielter als deren orignale und bieten einen wesentlich einfacheren zugang. der musik ist viel zeit und platz eingeräumt, sich in die eine oder andere richtung zu entwickeln, ohne dem hörer die aufmerksame verfolgung aufzudrängen. sie wirkt weniger kopflastig als noch zuvor, um einiges intuitiver und - man kann es ruhig einmal sagen - deutlich zärtlicher. glücklicherweise ist es der aufnahme gelungen, viel davon einzufangen. die musik ist behutsam und offen gemischt, die lebendigkeit, der raum und vor allem die dynamik erhalten geblieben. ähnlich den aufnahmen klassischer musik sind die leisen passagen wirklich leise, die lauten dafür umso beeindruckender, und es ist, mal umfassender betrachtet, eigentlich ärgerlich, dass diese liebenswerte besonderheit leider eben eine besonderheit ist. und nicht zuletzt ist die musik einfach wunderschön.
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