
Jazz, liebe Freundinnen und Freunde unabhängiger Popmusik, ist kein Leistungssport, sondern ein Gefühl, ähnlich wie in "House is a feeling", dem lysergsäurehaltigen Evergreen von Mr. Fingers. Und irgendwo zwischen den schmelzenden Polkappen Jazz und House, zwischen den Prinzipien Arbeitsteilung und der maschinell rhythmusgesteuerten Klangforschung landet auch das Duo iso68 in seiner ganz eigenen archaischen Moderne. Diese besteht aus elektrisch aufgeladenen Hohner Clavinetten, radiophonischen Workshops mit David Tudor und einer Tüte fermentiertem Gras, das vorzugsweise zu Augustus Pablos Ausflügen auf der Melodica geraucht wird. Wie spät ist es?
Sehr spät, aber es geht bei iso68 nicht um vages indietronic-Gewaber, sondern um die ganze bewusste Verortung ihrer wibbly-wobbly Soundgemälde an die Sehnsuchtsorte der Musikkultur. Zu Sun Ras feierlichen Keyboard- Improvisationen, wie in dem Feiertagslied "the great punster", zu den seltsamen Duos des englischen Elektroniklabels Warp und ihren bunkerähnlichen Studios im Sand, im gleichen Lied. iso68 produzieren unter hunderten Musikstücken wiedererkennbare Melodien, die aus dem Äther zu uns getragen werden, vom Gepladder auf der Wasseroberfläche eines Sees herübergeweht werden, oder direkt aus dem Gullideckel an der Autobahn wie ein Ghoul hallo! sagen. Jammt da eine Combo, oder wird das große Ganze von einem Mastermixer am Mischpult zusammengeschraubt? Ich weiß es nicht, aber mich fröstelt bei den unheimlich lang ausgehaltenen Tönen, und ich verwechsele den iso68-Track "plano piloto" mit dem Maintheme eines alten französischen Soundtracks von - wie heißt er noch gleich? - und das ist ein gutes Zeichen.
Die Beats stehen immer im iso68-Vordergrund, ohne dass man sich dessen auch nur eine Sekunde bewusst wird. Oder aber sie entwickeln sich, wie in dem runter gekühlten Eismaschinenzerstoßer "Forestrain", zu einer schwelenden Atmosphärenwalze, kein Entrinnen, sag ich Ihnen. Alles ist hier dicht, gleichzeitig durchlässig, freundlich, konzentriert und dennoch unvergleichlich entspannt. Jazz!
Erstaunlich, aber mit Thomas Leboeg und Florian Zimmer gibt es nur zwei feste iso68-Mitglieder, aber sie stecken auf ihrem neuen, vierten Album "Space Frames" so viel Gefühl (da ist es wieder!) in die Sounddetails, dass man bei iso68 genauso gut von einem Kollektiv sprechen könnte. Ein Klangkollektiv durchmisst den elektronischen Raum im Jam.
Julian Weber, Juli 2008
Sehr spät, aber es geht bei iso68 nicht um vages indietronic-Gewaber, sondern um die ganze bewusste Verortung ihrer wibbly-wobbly Soundgemälde an die Sehnsuchtsorte der Musikkultur. Zu Sun Ras feierlichen Keyboard- Improvisationen, wie in dem Feiertagslied "the great punster", zu den seltsamen Duos des englischen Elektroniklabels Warp und ihren bunkerähnlichen Studios im Sand, im gleichen Lied. iso68 produzieren unter hunderten Musikstücken wiedererkennbare Melodien, die aus dem Äther zu uns getragen werden, vom Gepladder auf der Wasseroberfläche eines Sees herübergeweht werden, oder direkt aus dem Gullideckel an der Autobahn wie ein Ghoul hallo! sagen. Jammt da eine Combo, oder wird das große Ganze von einem Mastermixer am Mischpult zusammengeschraubt? Ich weiß es nicht, aber mich fröstelt bei den unheimlich lang ausgehaltenen Tönen, und ich verwechsele den iso68-Track "plano piloto" mit dem Maintheme eines alten französischen Soundtracks von - wie heißt er noch gleich? - und das ist ein gutes Zeichen.
Die Beats stehen immer im iso68-Vordergrund, ohne dass man sich dessen auch nur eine Sekunde bewusst wird. Oder aber sie entwickeln sich, wie in dem runter gekühlten Eismaschinenzerstoßer "Forestrain", zu einer schwelenden Atmosphärenwalze, kein Entrinnen, sag ich Ihnen. Alles ist hier dicht, gleichzeitig durchlässig, freundlich, konzentriert und dennoch unvergleichlich entspannt. Jazz!
Erstaunlich, aber mit Thomas Leboeg und Florian Zimmer gibt es nur zwei feste iso68-Mitglieder, aber sie stecken auf ihrem neuen, vierten Album "Space Frames" so viel Gefühl (da ist es wieder!) in die Sounddetails, dass man bei iso68 genauso gut von einem Kollektiv sprechen könnte. Ein Klangkollektiv durchmisst den elektronischen Raum im Jam.
Julian Weber, Juli 2008
Iso68: Space Frames
Parabol
Iso68
5:17
Strange Strum
Iso68
3:30
Forestrain
Iso68
5:38
Noops
Iso68
4:49
Snaut
Iso68
6:49
Autistic Insect
Iso68
5:48
Plano Piloto
Iso68
2:53
The Great Punster
Iso68
5:26
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