
Wer hat nach den unzähligen Retroentwürfen der letzten Zeit mal wieder das Bedürfnis nach (auf)richtiger Popmusik? Lust auf jene Sorte Musik, die sich nicht um flüchtige Trends schert und sich nicht im poptheoretischen Diskurs verläuft? Musik, die dein Freund sein möchte, Geschichten erzählen will und dabei im Zweifelsfall auch instrumental zu dir spricht?
Jersey sind neu und doch keine Unbekannten im musikalischen Beziehungsgeflecht zwischen Berlin und München: Marion Gerth und Florian Zimmer waren Mitglieder von Fred Is Dead, letzterer spielt heute bei Iso68. Max Punktezahl ist bekannt für seine Arbeit bei Contriva und seit einiger Zeit auch bei The Notwist. Noël Rademacher, in den Anfangstagen Drummer bei Mina, hat gerade bei Lok Musik sein Solo-Debüt als Songwriter veröffentlicht. Erstmals traten Jersey im Jahre 2001 in Erscheinung mit einem Beitrag für die ‚"10 Jahre Hausmusik"- Jubiläums - Compilation "Do You Think That I'll Be Different When You're Through?", später folgte ein Remix für Ms. John Soda. Was als Projekt begann, entwickelte sich über einen längeren Zeitraum zur festen Band.
Die lange Entstehungszeit hört man dem Debüt von Jersey an - im positiven Sinne: Sorgsam ausgearbeitete, klare Arrangements, schöne Stimmen, relaxte freundliche Beats, dezente Elektroniksounds. Eine Prise Melancholie und eine Vielzahl berührender Momente, verewigt in zehn Songs, die nicht nach klassischem Strophe-Refrain-Singer-Songwriter-Muster funktionieren, sondern eigene Wege suchen. Jersey geizen dabei weder mit großen emotionalen Momenten - wie beispielsweise die upliftenden Bläsersatze in "Slow Summer" oder die ohrwurmhaften Gesangslinien in "TV Dinner" und "Hold On" - noch mit jenem gesunden Detailwahn, der Musik gemeinhin zur Entdeckungsreise werden lässt. Geholfen haben dabei viele gute Bekannte wie Christoph Brandner (Lali Puna), Thomas Meinecke (F.S.K.), Marion Dimbath (Merricks), Robert Merzdow (Hellfire) und andere mehr.
Jersey wirken auf unprätentiöse Weise modern - wohl auch deshalb, weil sie keinem mehr etwas beweisen müssen.
Andreas Schiegl
Jersey sind neu und doch keine Unbekannten im musikalischen Beziehungsgeflecht zwischen Berlin und München: Marion Gerth und Florian Zimmer waren Mitglieder von Fred Is Dead, letzterer spielt heute bei Iso68. Max Punktezahl ist bekannt für seine Arbeit bei Contriva und seit einiger Zeit auch bei The Notwist. Noël Rademacher, in den Anfangstagen Drummer bei Mina, hat gerade bei Lok Musik sein Solo-Debüt als Songwriter veröffentlicht. Erstmals traten Jersey im Jahre 2001 in Erscheinung mit einem Beitrag für die ‚"10 Jahre Hausmusik"- Jubiläums - Compilation "Do You Think That I'll Be Different When You're Through?", später folgte ein Remix für Ms. John Soda. Was als Projekt begann, entwickelte sich über einen längeren Zeitraum zur festen Band.
Die lange Entstehungszeit hört man dem Debüt von Jersey an - im positiven Sinne: Sorgsam ausgearbeitete, klare Arrangements, schöne Stimmen, relaxte freundliche Beats, dezente Elektroniksounds. Eine Prise Melancholie und eine Vielzahl berührender Momente, verewigt in zehn Songs, die nicht nach klassischem Strophe-Refrain-Singer-Songwriter-Muster funktionieren, sondern eigene Wege suchen. Jersey geizen dabei weder mit großen emotionalen Momenten - wie beispielsweise die upliftenden Bläsersatze in "Slow Summer" oder die ohrwurmhaften Gesangslinien in "TV Dinner" und "Hold On" - noch mit jenem gesunden Detailwahn, der Musik gemeinhin zur Entdeckungsreise werden lässt. Geholfen haben dabei viele gute Bekannte wie Christoph Brandner (Lali Puna), Thomas Meinecke (F.S.K.), Marion Dimbath (Merricks), Robert Merzdow (Hellfire) und andere mehr.
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