
Doppel-Vinyl kommt im exklusiven Klapp-Cover und enthält ein 16-seitiges 30 x 30 cm Booklet. Inkl. Downloadcode!
1998: Das erste sich vielleicht vollständig fragmentiert präsentierende Popjahrzehnt neigt sich seinem Ende zu. Alles geht: Gitarren & Elektronik, Retro und digitale Zukunft. Pop ist gerade so optimistisch wie lange nicht und Indie buchstabiert man neuerdings wieder ohne Weltschmerz. Seit einem Jahr nennen Gunnar Örn Tynes und Örvar ˝óreyjarson Smárason sich múm, freilich ohne dass irgendjemand davon Kenntnis genommen hätte.
Zu diesem Zeitpunkt sind múm Nomaden. Sie ziehen durch europäische Kellerstudios und nehmen auf, was ihnen in die Finger und den Sinn kommt. Wenn sie mal frische Luft brauchen, schnappen sie sich ihre DAT-Recorder und schneiden draußen alles mit. Und in den überwiegend unmöblierten Zimmern, die sie in Reykjavík, Montpellier oder Berlin behausen, fügen sie dann alles wieder zusammen, stellen es nebeneinander. So wird die Fragmentierung vorangetrieben. múm geht es dabei aber nicht um die große Idee. Sie sampeln, spielen und vermischen ihr Material und staunen über die Ergebnisse. Bei einer Theaterproduktion lernen sie die Zwillingsschwestern Kristín und Gy∂a kennen. Fortan sind múm zu viert.
Von dieser Zeit zeugt ‘Early Birds’: 15 Titel, entstanden zwischen 1998 und 2000, kompiliert aus Demokassetten, vergessen geglaubten Stücken und solchen, die in Kleinstauflagen auf Vinylen erschienen. Ein Stück der bereits erwähnten Theaterproduktion ist genauso vertreten, wie das nie veröffentlichte, seit seinem Auftauchen im Film The Exploding Girl von Fan-Zirkeln jedoch heftig nachgefragte Hvernig á a∂ særa vini sína.
Was die múm-Stücke schon damals einte war ihr unbändiger Wille zur Melodie. Davon abgesehen ist das hier freilich alles andere als homogen. Besonders die erste Hälfte dieser Zusammenstellung präsentiert tendenziell die verspielte, aufgekratzte Seite der Band: Frühwerk im besten Sinne: Pastiche, Kopismus, Experiment. Man probiert sich aus: Zu hören ist überdrehte Prä-Elektronika, jazzige Drum ‘n Bass-Elemente, gar ein Doppelhals-Gitarren-Solo zu einer Art Hair-Metal im Spielzeugkasten-Modus. Und trotzdem kann man zumindest retrospektiv die Múm-Signatur identifizieren. Dem gegenüber stehen – verstärkt in der zweiten Hälfte des Albums zu finden – diese ganz unaufgeregten, starken Múm-Momente, in welche sich wenige Spuren in analogem Wohlklang minutenlang umkreisen. Die man sogar als in einer Tradition der minimal music stehend erkennen könnte, klängen sie nicht so charmant und sehnsüchtig und also gänzlich unakademisch. So endet denn Early Birds mit einer über 10minütigen Meditation aus Field Recordings, Harmonica, Akkordeon und Hallraum. Man ist fast geneigt das Dub zu nennen. Ihr Titel lautet übersetzt in etwa: „Niemand hörte dem Geiger zu; die Saiten waren ihm gerissen (warum kannst Du Deine Mutter nicht gut behandeln?)“
Eben jenes Stück taucht 2001 in deutlich modifizierter Form als Ballad Of The Broken String wieder auf: auf múm’s Debut-Album Yesterday Was Dramatic – Today Is OK. múm hatten ihren Sound gefunden. Der Rest ist bekannt: Die Band wurde zu einem der Aushängeschilder dessen, was damals als Elektronika gefeiert wurde, klangen von Album zu Album kompletter und sind heute die vielleicht originellste Band Islands. Das Hören von Early Birds macht diese Evolution nachvollziehbarer. Aber zugleich wird deutlich: Es hätte alles auch ganz anders kommen können. Und: Yesterday was OK, too.
Early Birds kommt mit einem nostalgischen Artwork von Ingibjörg Birgisdóttir, welche múm bereits in ihren frühen Tagen begleitet hat. Weiterhin enthalten CD und LP ein Booklet, in dem die Entstehungsgeschichte aller vertretenen, überwiegend instrumentalen Songs beschrieben ist.
1998: Das erste sich vielleicht vollständig fragmentiert präsentierende Popjahrzehnt neigt sich seinem Ende zu. Alles geht: Gitarren & Elektronik, Retro und digitale Zukunft. Pop ist gerade so optimistisch wie lange nicht und Indie buchstabiert man neuerdings wieder ohne Weltschmerz. Seit einem Jahr nennen Gunnar Örn Tynes und Örvar ˝óreyjarson Smárason sich múm, freilich ohne dass irgendjemand davon Kenntnis genommen hätte.
Zu diesem Zeitpunkt sind múm Nomaden. Sie ziehen durch europäische Kellerstudios und nehmen auf, was ihnen in die Finger und den Sinn kommt. Wenn sie mal frische Luft brauchen, schnappen sie sich ihre DAT-Recorder und schneiden draußen alles mit. Und in den überwiegend unmöblierten Zimmern, die sie in Reykjavík, Montpellier oder Berlin behausen, fügen sie dann alles wieder zusammen, stellen es nebeneinander. So wird die Fragmentierung vorangetrieben. múm geht es dabei aber nicht um die große Idee. Sie sampeln, spielen und vermischen ihr Material und staunen über die Ergebnisse. Bei einer Theaterproduktion lernen sie die Zwillingsschwestern Kristín und Gy∂a kennen. Fortan sind múm zu viert.
Von dieser Zeit zeugt ‘Early Birds’: 15 Titel, entstanden zwischen 1998 und 2000, kompiliert aus Demokassetten, vergessen geglaubten Stücken und solchen, die in Kleinstauflagen auf Vinylen erschienen. Ein Stück der bereits erwähnten Theaterproduktion ist genauso vertreten, wie das nie veröffentlichte, seit seinem Auftauchen im Film The Exploding Girl von Fan-Zirkeln jedoch heftig nachgefragte Hvernig á a∂ særa vini sína.
Was die múm-Stücke schon damals einte war ihr unbändiger Wille zur Melodie. Davon abgesehen ist das hier freilich alles andere als homogen. Besonders die erste Hälfte dieser Zusammenstellung präsentiert tendenziell die verspielte, aufgekratzte Seite der Band: Frühwerk im besten Sinne: Pastiche, Kopismus, Experiment. Man probiert sich aus: Zu hören ist überdrehte Prä-Elektronika, jazzige Drum ‘n Bass-Elemente, gar ein Doppelhals-Gitarren-Solo zu einer Art Hair-Metal im Spielzeugkasten-Modus. Und trotzdem kann man zumindest retrospektiv die Múm-Signatur identifizieren. Dem gegenüber stehen – verstärkt in der zweiten Hälfte des Albums zu finden – diese ganz unaufgeregten, starken Múm-Momente, in welche sich wenige Spuren in analogem Wohlklang minutenlang umkreisen. Die man sogar als in einer Tradition der minimal music stehend erkennen könnte, klängen sie nicht so charmant und sehnsüchtig und also gänzlich unakademisch. So endet denn Early Birds mit einer über 10minütigen Meditation aus Field Recordings, Harmonica, Akkordeon und Hallraum. Man ist fast geneigt das Dub zu nennen. Ihr Titel lautet übersetzt in etwa: „Niemand hörte dem Geiger zu; die Saiten waren ihm gerissen (warum kannst Du Deine Mutter nicht gut behandeln?)“
Eben jenes Stück taucht 2001 in deutlich modifizierter Form als Ballad Of The Broken String wieder auf: auf múm’s Debut-Album Yesterday Was Dramatic – Today Is OK. múm hatten ihren Sound gefunden. Der Rest ist bekannt: Die Band wurde zu einem der Aushängeschilder dessen, was damals als Elektronika gefeiert wurde, klangen von Album zu Album kompletter und sind heute die vielleicht originellste Band Islands. Das Hören von Early Birds macht diese Evolution nachvollziehbarer. Aber zugleich wird deutlich: Es hätte alles auch ganz anders kommen können. Und: Yesterday was OK, too.
Early Birds kommt mit einem nostalgischen Artwork von Ingibjörg Birgisdóttir, welche múm bereits in ihren frühen Tagen begleitet hat. Weiterhin enthalten CD und LP ein Booklet, in dem die Entstehungsgeschichte aller vertretenen, überwiegend instrumentalen Songs beschrieben ist.
Múm: Early Birds
Bak ˝itt Er Sem Rennibraut
múm
5:44
Póst Póstma∂ur
múm
3:17
Gingúrt
múm
4:01
Glerbrot
múm
3:35
Hvernig Á A∂ Særa Vini S...
múm
2:46
Bak ˝itt Er Sem Rennibraut
múm
4:12
Insert Coin
múm
7:23
Loksins Erum Vi∂ Engin
múm
3:12
Náttúrúbúrú
múm
2:29
0,000Or∂
múm
4:51
Lalalala Blái Hnötturinn
múm
4:32
Múm Spilar La La La
múm
6:42
Hufeland
múm
5:58
Volkspark Friedrichshain
múm
3:48
Enginn Vildi Hlusta Á Fi∂...
múm
10:11
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