
"Zur Zeit ist Lali Puna die Lieblingsband von Radiohead und von Andrew Weatherall - der vor einigen Monaten zugab, er würde Lali Puna nur noch auf Endlosschleife hören...." (Les Inrockuptibles | Frankreich | 06.2001).
Seit mehr als drei Jahren feilt Valerie Trebeljahr ruhig und konzentriert am eigenen Popkonzept. Das bei ihr, im Gegensatz zur allgegenwärtigen Weichspülnettigkeit, keinesfalls gefällig vor sich hinplätschert, sondern geschickt und intelligent unser Weltbild sezieren will.
Nach ersten Alleingängen am Vier-Spur-Rekorder entwickelte sie Lali Puna über einen Beitrag zur Hausmusik Reihenhaus - 7"-Serie und "The Safe Side" auf dem belgischen K-raa-k-Label zum ausgewachsenen Bandprojekt, das sich seine festen Mitmusiker (Console, Notwist, Tied and Tickled Trio, Iso 68, Fred is Dead) und Kollaborateure (Bomb the Bass, Two Lone Swordsmen) sorgfältig auswählt. Nach dem Albumdebut "Tridecoder" folgt nun, wiederum auf Morr Music, mit "Scary World Theory" ein Tonträger, der Pop und (personal) Politics aufs Beste vereint.
Denn Valeries vordergründig ruhige, fast schüchterne Vocals setzen sich persönlich und kein bisschen zurückgenommen mit Welt und Umwelt auseinander, mit Zuständen, die hier, unter vermeintlicher Zerbrechlichkeit, idealistisch und schonungslos dokumentiert werden.
Gleichzeitig fordern Lali Puna auch musikalisch konzentrierte Aufmerksamkeit. Jede Wiederholung erschließt zwischen eingängigen Akkorden und manchmal einlullender, fast hypnotischer Monotonie trickreiche Vielschichtigkeit und versteckte Kontrapunkte. Ob hörspielhaft (Satur-nine), klassisch warm (Contratempo, Lowdown) oder ruhig herausgehaucht (Scary World Theory) - immer wieder ziehen Lali Puna herzzerreißende Harmonien aus den sparsamsten Arrangements. "50 Faces Of" spult den Beat zurück, bis es housig funky in den Füßen zuckt, während "Middle Curse" subtile Harmonien mit vertrackten Breaks und Beats durchsetzt und die Elektronik störrisch zirpen lässt.
Am besten jedoch offenbart sich Lali Punas Präzision auf "Nin-com-pop" und "Don’t Think" - vermeintlich nüchtern schmeichelt sich durchdachte Reduktion mit ruhiger Selbstverständlichkeit in unser Ohr, setzt sich in den Raum und weigert sich, wieder in den Hintergrund zu rücken.
Produziert von Mario Thaler (u.a. Notwist, Slut) zeigt sich "Scary World Theory" als zuversichtlich melancholische Platte, die mit sich selbst glücklich ist. Und uns glücklich machen kann. Wenn wir denn dazu bereit sind.
Und wer weiß, vielleicht verhält es sich bei Lali Punas zweitem Album, wie bei ihrem Debut, denn "sobald man es jemandem vorspielt, verliebt sich diese Person in die Musik, und man ist einfach gezwungen, die Platte zu verschenken. Und so feige wie ich bin, bin ich jetzt schon bei meinem vierten Exemplar." (Colin Greenwood | Radiohead).
Seit mehr als drei Jahren feilt Valerie Trebeljahr ruhig und konzentriert am eigenen Popkonzept. Das bei ihr, im Gegensatz zur allgegenwärtigen Weichspülnettigkeit, keinesfalls gefällig vor sich hinplätschert, sondern geschickt und intelligent unser Weltbild sezieren will.
Nach ersten Alleingängen am Vier-Spur-Rekorder entwickelte sie Lali Puna über einen Beitrag zur Hausmusik Reihenhaus - 7"-Serie und "The Safe Side" auf dem belgischen K-raa-k-Label zum ausgewachsenen Bandprojekt, das sich seine festen Mitmusiker (Console, Notwist, Tied and Tickled Trio, Iso 68, Fred is Dead) und Kollaborateure (Bomb the Bass, Two Lone Swordsmen) sorgfältig auswählt. Nach dem Albumdebut "Tridecoder" folgt nun, wiederum auf Morr Music, mit "Scary World Theory" ein Tonträger, der Pop und (personal) Politics aufs Beste vereint.
Denn Valeries vordergründig ruhige, fast schüchterne Vocals setzen sich persönlich und kein bisschen zurückgenommen mit Welt und Umwelt auseinander, mit Zuständen, die hier, unter vermeintlicher Zerbrechlichkeit, idealistisch und schonungslos dokumentiert werden.
Gleichzeitig fordern Lali Puna auch musikalisch konzentrierte Aufmerksamkeit. Jede Wiederholung erschließt zwischen eingängigen Akkorden und manchmal einlullender, fast hypnotischer Monotonie trickreiche Vielschichtigkeit und versteckte Kontrapunkte. Ob hörspielhaft (Satur-nine), klassisch warm (Contratempo, Lowdown) oder ruhig herausgehaucht (Scary World Theory) - immer wieder ziehen Lali Puna herzzerreißende Harmonien aus den sparsamsten Arrangements. "50 Faces Of" spult den Beat zurück, bis es housig funky in den Füßen zuckt, während "Middle Curse" subtile Harmonien mit vertrackten Breaks und Beats durchsetzt und die Elektronik störrisch zirpen lässt.
Am besten jedoch offenbart sich Lali Punas Präzision auf "Nin-com-pop" und "Don’t Think" - vermeintlich nüchtern schmeichelt sich durchdachte Reduktion mit ruhiger Selbstverständlichkeit in unser Ohr, setzt sich in den Raum und weigert sich, wieder in den Hintergrund zu rücken.
Produziert von Mario Thaler (u.a. Notwist, Slut) zeigt sich "Scary World Theory" als zuversichtlich melancholische Platte, die mit sich selbst glücklich ist. Und uns glücklich machen kann. Wenn wir denn dazu bereit sind.
Und wer weiß, vielleicht verhält es sich bei Lali Punas zweitem Album, wie bei ihrem Debut, denn "sobald man es jemandem vorspielt, verliebt sich diese Person in die Musik, und man ist einfach gezwungen, die Platte zu verschenken. Und so feige wie ich bin, bin ich jetzt schon bei meinem vierten Exemplar." (Colin Greenwood | Radiohead).
Lali Puna: Scary World Theory
Nin-com-pop
Lali Puna
4:37
Middle Curse
Lali Puna
3:36
Bi-pet
Lali Puna
3:12
Contratempo
Lali Puna
4:26
Scary World Theory
Lali Puna
4:43
50 Faces Of
Lali Puna
3:55
Lowdown
Lali Puna
3:56
Don't Think
Lali Puna
3:57
Come On Home
Lali Puna
3:35
Satur-nine
Lali Puna
1:30
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