
Man darf es schon fast als Überraschung (und in diesem Fall sogar als noch größeres Glück) bezeichnen, es mit einem Frühzwanziger HipHop-Head zu tun zu haben, der das Genre nicht wie für seine Generation üblich als ultimativen, mehr als fragwürdigen Mainstream zwischen BlingBling und Crunk versteht, sondern tief in den goldenen Zeiten der späten 80er bis frühen 90er verwurzelt ist. Schon auf seinem Debüt "Quipo" trat der Italiener Populous den Beweis an, seine eigenen Schlüsse aus den mit Jazz und positiven Vibes angereicherten Beats des Native-Tongues-Movements um A Tribe Called Quest oder De La Soul gezogen zu haben. Wo "Quipo" aber noch einen leicht sperrigen, auf abstraktere Elektronika zurückzuführenden Charme verbreitet, verströmt Populous Zweitling "Queue For Love" nun eine wesentlich geschlossenere Atmosphäre und eine Wärme, die sich aus sorgsam ausgewählten Samples aus Soul-, Jazz- und Soundtracks der späten 60er und frühen 70er speist. Im Gegensatz zu aktuell bestimmenden ästhetischen Modellen im HipHop, ist "Queue For Love" ein Triumph der Do-It-Yourself-Philosophie. Andrea Mangia ist eben nur ein Kid mit einem Rechner und unbestechlichem Geschmack. Doch "Queue For Love" ist keine reine Sampledelia. Viele der auf diesem Album zu hörenden Gitarren, Geigen und Glockenspiele entstanden während Jam-Sessions mit verschiedenen Freunden im Badezimmer von Populous' Studentenapartment. Eben dort befand sich auch Matilde, die Sängerin der italienischen Band Studio Davoli, als sie ihre Vocals für "Bunco" und "Clap Like Breeze" aufnahm und somit für ein wunderschönes Amalgam aus Broadcast, Cocteau Twins und einem liebestrunkenen DJ Shadow sorgte. Auf "My Winter Vacation" tut dann cLOUDDEADs Dose One, was nur er so kann, nämlich in unnachahmlichen Flow Assoziationsketten in die Welt näseln! Darüberhinaus haben Jukka und Luca von Giardini Di Miro Populous auf einigen Tracks nicht unerheblich unterstützt und dazu beigetragen, dass "Queue For Love" ein so rundes und ausbalanciertes Album geworden ist, das seine Fühler von HipHop ausgehend in Richtung Songwriting, Ambient, Folk und Filmmusik ausstreckt. Die Klammer für all das ist ein für einen so jungen Produzenten bemerkenswerter Begriff von "Soul". Und natürlich immer wieder: Liebe. Bitte stellen Sie sich hinten an, das Warten lohnt sich!
Populous: Queue For Love
The Breakfast Drama
Populous
1:48
My Winter Vacation
Populous
4:33
Pawn Shop Close
Populous
3:08
Bunco
Populous
2:49
Sundae Pitch
Populous
2:44
The Dixie Saga
Populous
4:01
Dance-Hall Nostalgia
Populous
2:22
Maqam Saba
Populous
4:37
Clap Like Breeze
Populous
3:19
Hip-Hop Cocotte
Populous
5:17
Canoe Canoa
Populous
2:57
Drop City
Populous
5:16
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